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Frank Schindowski
Heilpraktiker (Psychotherapie)

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Quelle: PsychPress Januar 2008


Psychotherapie wirkt gegen Schlaflosigkeit


Zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung in westlichen Industrienationen klagen über Schlafstörungen und eine daraus resultierende Beeinträchtigung der Tagesbefindlichkeit, wie etwa erhöhte Müdigkeit, Konzentrations- und Leistungsabfall. Schlafmedizin wird häufig ausschließlich mit nächtlichem Atemstillstand (Schlafapnoe) in Verbindung gebracht. Tatsächlich liegt diese Störung aber nur zu einem geringen Anteil vor. Viel häufiger sind dagegen Klagen über Ein- und Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen oder nicht erholsamen Schlaf. Oft werden Schlafstörungen chronisch, was das Risiko, später an einer psychischen Störung, insbesondere Depression oder Angststörung, zu erkranken, erhöhen kann. Auch die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit kann durch chronische Schlafstörungen ausgelöst werden. Als erstes muss der zu Rate gezogene Arzt das Vorliegen einer organischen oder psychischen Erkrankung als Ursache für die Schlafstörung ausschließen. Liegen derartige Störungen nicht vor, so spricht man von "primärer" Schlafstörung. Hier zeigt ein Beitrag von John-Peter Doerr (Universitätsklinik Freiburg) in der Zeitschrift "Psychiatrie und Psychotherapie up2date" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart), dass die moderne Schlafmedizin von den insgesamt mehr als 80 verschiedenen Schlafstörungen eine Vielzahl verschiedener Ursachen kennt. Zunehmende Erkenntnisse auf diesem Gebiet haben zur Etablierung von mehr als 300 schlafmedizinischen Zentren in Deutschland geführt. Zu den wichtigsten Ursachen dieser "primären" Schlafstörungen können kurzfristig belastende Ereignisse, unpassende Schlafhygiene, wie geistige oder emotionale Anstrengungen am späten Abend, Essen, Lesen oder Fernsehen im Bett oder Lärm und zu hohe Temperaturen im Schlafzimmer gehören. Es kann sich ein Teufelskreis einstellen von schlafbehindernden Gedanken, über die Aktivierung von Übererregung, die sich daraus ergebende Müdigkeit und Erschöpfung, die dann zu abträglichen Schlafgewohnheiten führen. Daraus können wiederum die schlafbehindernden Gedanken entstehen. Schlaf-Tagebücher können Ansatzpunkte für eine wirksame Therapie eröffnen.

Aus diesen Zusammenhängen wird verständlich, dass psychotherapeutische Interventionen oft wirksamer sein können als die gängigen Schlafmittel, die im allgemeinen nicht länger als vier Wochen eingenommen werden sollen, wobei nach dem Absetzen nicht selten der alte Zustand eintritt. Darüber hinaus entstehen vor allem bei älteren Menschen Risiken durch nächtliche Stürze und Blutdruckabfall. Baldrian oder Hopfen können in vielen Fällen ausreichen. Bei chronischen primären Schlafstörungen sollte zunächst konservativen psychotherapeutischen Verfahren der Vorzug gegeben werden gegenüber einer alleinigen medikamentösen Therapie. Neben verhaltenstherapeutischen Interventionen, wie beispielsweise der Stimuluskontrolle oder der Schlafrestriktion, ist auch die kognitive Verhaltenstherapie zu nennen, die mit der Einbeziehung der Gedanken, Phantasien und Vorstellungen des Patienten in den therapeutischen Prozess arbeitet. Aber auch Psychoedukation und Einüben einer geeigneten Schlafhygiene können zur Besserung von Schlafstörungen führen. Besonders im Alter muss man für ausreichende körperliche und geistige Aktivierung sowie eine Tagesstrukturierung sorgen.

Insomnien.
Psychiatrie und Psychotherapie up2date 2008; 2; Nr. 1; S. 45-59

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